Betroffene zu Beteiligten machen

Ich erteile allen Schülern eine komplexe Aufgabe, die sie ohne Hilfe des Lehrers bewältigen sollen. Die Schüler beginnen zu arbeiten, und ich gehe bei jedem vorbei, um die Fortschritte zu sehen. Einige Schüler lösen die Aufgabe zügig und richtig. Diese wähle ich aus (in der Regel 3 bis 5), versammle sie am Pult und überprüfe deren Lösungsinhalte indirekt, indem ich einen Schüler auswähle, seine Lösung darzustellen. Bevor er beginnt, erhalten die anderen Schüler die Aufgabe, die Richtigkeit zu überprüfen. Sie sollen sich melden, wenn sie Fehler entdecken, und ihre Entscheidung begründen. Ich bitte, mich auch daran beteiligen zu dürfen. Normalerweise entsteht eine Ergebnisdiskussion unter diesen Schülern, und ich behalte den Rest der Klasse im Auge. Ist dies bewältigt, dann sollen diese Schüler als Lern-Coaches für die Klasse zur Verfügung stehen. Sie dürfen die Lösungen nicht vorsagen, sondern den Lernprozess begleiten (Hast du daran gedacht …). Arbeitsende soll die Kontrolle der Ergebnisse sein.                                                                                                         

Ich stoppe die Arbeit der Klasse, die das mit Widerstand akzeptiert, da die Schüler noch mehr Zeit zum Lösen der Aufgabe haben möchten. Sie hatten nebenbei etwas an der Tafel beobachtet, mit dem sie nichts anzufangen wissen (Neugier). 

In dieser Situation stelle ich die Lern-Coaches und deren Aufgabe vor. Ich frage, wer Hilfe benötigt, und diese Schüler wählen sich ihren Coach zur Unterstützung aus. Die Arbeit beginnt.

Sobald die Coaches frei sind und übernehmen sie andere Schüler, bis alle an der Reihe waren. 

Ich habe die Betroffenen zu Beteiligten gemacht. Etwas von meiner „Macht“ abgegeben. 

Die Coaches bekommen ihr Feedback von ihren Schützlingen, und die Klasse erhält Feedback von mir. 

Zum Schluss frage ich die Klasse, wie sie sich gefühlt haben, was gut war und was nicht so gut und was ich als Lehrer beachten sollte, wenn wieder einmal so etwas ansteht.