Beobachtetes und interpretiertes Verhalten

Ich bin hellwach, wenn etwas Neues gelernt werden soll. Ich beobachte und registriere dabei in meinem Kopf das Tun meiner Schüler – ohne Bewertung und ohne Interpretation. 

Bemerke ich eine Besonderheit, dann gehe ich zum Schüler und teile ihr oder ihm meine Beobachtungen mit. Der Schüler klärt mich auf, wenn ich etwas unklar formuliert habe. Somit kann ich reagieren und Hinweise geben. 

Beobachte ich ähnliches Verhalten bei anderen Schülern, frage ich nach und arbeite dann mit allen.

Wird Verhalten interpretiert, entstehen Konflikte. Da Konflikte Lernprozesse auslösen, kann Bewerten (du bist nicht gut darin) oder Interpretieren (du gehörst nicht ans Gymnasium) beim Schüler Lernstörungen hervorrufen. Beobachtungen wertungs- und interpretationsfrei mitzuteilen, vermeidet solche Situationen. Das ist ein großes Arbeitsfeld für Lehrer, weil dies oft nicht beachtet wird. Doch wertungsfreies Beobachten ist sehr wichtig.