Es gibt viele verschieden Therapieformen. Wichtig ist meines Erachtens, den Körper mit einzubeziehen. Der Mensch ist ein komplexes Wesen und ein System, das in der Gesamtheit gesehen werden will und sollte. Das heißt, Körper, Geist und Seele sind mit einander verwoben und beeinflussen sich.
„Erinnerungen an sehr frühe Erlebnisse werden im Körper als energetische Blöcke und körperliche Empfindungen gespeichert; diese dringen unter Umständen zu einem späteren Zeitpunkt ans Bewusstsein, wenn eine assoziative Verbindung zur ursprünglichen Erfahrung eintritt. Meist geschieht dies unterhalb der Schwelle der bewussten Wahrnehmung auf der Ebene einer körperlichen Reaktion, eines Symptoms oder einer inneren Einstellung, die ihrerseits weitere Bereiche des Verhaltens beeinflusst. Durch Körperarbeit und Bewegungstherapie können neue Empfindungen erfahren und verschiedene Reaktionsmuster erkundet werden. Wird ein neues Empfindungsmuster so unterstützt, dass es integriert werden kann, dann können wir zwischen der alten und der neuen Art des Erlebens wählen.“ (Linda Hartley: „Einführung in Body-Mind-Centering – Die Weisheit des Körpers in Bewegung“)
Es gibt mittlerweile viele Therapeuten, die (auch) körperlich arbeiten, u.a. mit Methoden wie bindungs- und körperorientierten Psychotherapie, darunter Somatic Experiencing, sowie EMDR (Eye Movement Desensitization and Reprocessing).
Da es schwierig sein kann, (geeignete) Therapeuten in der Umgebung zu finden, ist ggf. eine Kombination aus mehreren verschiedenen Therapien überlegenswert. Ich bspw. habe Online-Traumatherapien, die u.a. Traumawissen und Hilfe zur Selbstregulation bieten, mit Osteopathie kombiniert und übe mich zusätzlich in Body-Mind-Centering. Das hat mir bisher sehr geholfen.
Was zusätzlich zu Therapien helfen kann, sind Entspannungsübungen wie Atemtraining, Yoga, Meditation sowie Spaziergänge und angenehme Naturerlebnisse. Letztlich alles, was den Körper entspannt und das Nervensystem entlastet.
Ungemein wichtig ist m.E. außerdem, auf die Systeme um den Trauma betroffenen Menschen zu achten (Familie, Kita/Schule/Arbeitsplatz, Freunde etc.). Denn wenn diese Systeme nicht genügend Sicherheit und Akzeptanz bieten oder vielleicht sogar immer wieder neue Wunden zufügen, wird es schwer, die alten zu heilen.